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100 Jahre Alfa Romeo

Am 24. Juni 1910 wird die Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili ("Lombardische Automobilfabrik AG") gegründet, kurz A.L.F.A. Erst 1915 stieg der später namensgebende Ingenieur Nicola Romeo ein. Alfa war bis 1986 ein eigenständiger Fahrzeughersteller.

In den 1950er Jahren erstarkte Alfa durch serienproduzierte Wagen für den Kleinen Mann, etwa der Giulietta (1954) und der im neuen Werk in Arese produzierten Giulia (1962). Zahlreiche Rennerfolge und sportliche Limousinen wie die Giulia prägten in den 1960er und 1970er Jahren den Ruf Alfa Romeos als Hersteller von hochwertigen Sportfahrzeugen für jedermann. Die Serienausstattung mit Rundum-Scheibenbremsen, Fünfgang-Getriebe und vor allem der Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und der Mehrfach-Vergaseranlage setzten Maßstäbe, die von anderen Herstellern dieser Klasse (wie BMW) erst Jahre später übernommen wurden. Allerdings lag der Preis einer Giulia 1600 z. B. 1972 auch über dem eines vergleichbaren BMW 2002, und so blieb das Fahrzeug außerhalb Italiens einer überschaubaren Fangemeinde vorbehalten.

Ab den 1970er Jahren litt der Ruf der Marke, vor allem durch den Kompaktwagen Alfasud. Der Alfasud wurde nicht wie andere Modelle in Norditalien, sondern in einem neuen Werk in Süditalien gefertigt, das Alfa Romeo auf Weisung der italienischen Regierung errichten musste, um die Region mit der höchsten Arbeitslosigkeit Italiens zu fördern.[13] Die Belegschaft war ebenso unerfahren wie selbstbewusst: in 13 Jahren gab es 700 Streiks, also durchschnittlich einen Streik pro Woche.

Aufgrund dieser Entwicklungen war in den 1980er Jahren die wirtschaftliche Existenz zunehmend gefährdet. Alfa Romeo wurde schließlich 1986 von dem Staatsunternehmen an den privaten FIAT-Konzern veräußert.

Aufmerksamkeit erregte Alfa Romeo wieder mit dem Alfa 156, der 1998 als erster Alfa Romeo zum Auto des Jahres gewählt wurde.